Motivation

Lernen ist häufig anstrengend und trotz großer Anstrengungen entmutigend erfolglos. Diese Erfahrung macht jeder einmal.

Hier möchte ich versuchen ein paar Anregungen zu geben, wie Lernen effektiv organisiert werden kann.

Dazu gehört ein wenig Hintergrundwissen, was Lernen genau ist und wie unser Gehirn arbeitet.

Eigentlich lernen wir in jedem Augenblick, in dem wir unser Gehirn aktiv benutzen, das heißt also uns nicht einfach mit Informationen „berieseln“ lassen, sondern uns mit unseren Sinneseindrücken nachhaltig beschäftigen.

Wer beispielsweise vor dem Fernseher sitzt und eine Sendung nur aus Langeweile ansieht, lernt kaum etwas. Das Gehirn ist sozusagen auf „Bypass“ eingestellt und die Informationen strömen einfach nur hinein – wir nehmen wahr, speichern nichts (oder nur ganz wenig ab), nehmen wieder wahr, usw. Man sagt ja auch oft: „Das ging zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus.“

Schauen wir dagegen zum Beispiel eine Quizsendung und eine Frage hat für uns eine überraschende Antwort, so lernen wir – wenigstens für eine kurze Zeitspanne – diese Information als Antwort auf die gestellte Frage. Der entscheidende Unterschied liegt also in der Überraschung. Diese weckt unser Interesse. Wenn etwas für uns „interessant“ ist, entsteht im Gehirn eine Art Feuerwerk. Die Bereiche, in denen ähnliche und naheliegende Informationen gespeichert sind, fangen an aktiv zu werden – die betreffenden Neuronen „feuern“. Je interessanter etwas ist, umso mehr Teile des Gehirns werden angesprochen und wir fangen an, die neue Information mit dem, was wir schon wissen oder können zu verknüpfen. Wir wollen es dann genau wissen (=lernen).

Ein Beispiel: Für die meisten Kinder ist es sehr erstrebenswert Fahrrad fahren zu können. Den Vorteil bekommt es von den „Großen“ vorgeführt: Man kann sich mit wenig Anstrengung viel schneller fortbewegen als zu Fuß. Für ein Kind, das noch nicht Fahrrad fahren kann, ist es also höchst interessant, diese Fähigkeit zu erlernen. (Das Lernen funktioniert dabei auf unterschiedlichen Stufen: Abgucken, Nachmachen(sprich: Imitieren), Üben des Bewegungsablaufs mit Hilfen („Stützräder“), Üben des Gleichgewicht-Haltens, etc.) Für diesen Zusammenhang ist aber ein anderer Punkt entscheidend: Obwohl die Fähigkeit des Fahrrad-Fahrens sehr komplex ist, schaffen Kinder diesen Lernprozess häufig erstaunlich schnell. Das Maß an Interesse etwas zu lernen hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie schnell oder genauer – wie effektiv – der Lernprozess abläuft.

Das mag ja alles richtig sein, aber wenn mich Mathematik nun einmal nicht interessiert, was mache ich dann? – Diese Frage wird dir jetzt vielleicht durch den Kopf gehen.

Erinnerst du dich, als du das erste Mal alleine Fahrrad gefahren bist? – Ohne dass Papa oder Mama hinter dir herlaufen und dich festhalten mussten?

Es ist etwas, das leider viele vergessen: Es ist ein großartiges Gefühl etwas gelernt zu haben! Und dieses Gefühl ist umso größer, je schwerer es uns vorher erschien. Wer mit dem Fahrrad oft hingefallen ist, für den ist es ein echter Triumph, endlich das Gleichgewicht halten zu können und nicht mehr umzufallen!

Das ist also ein erster Hinweis, worauf man sich freuen kann, wenn man lernt: Irgendwann kommt das gute Gefühl, dass man es „geschafft“ hat.

Category: Lernen
You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

Comments are closed.